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Kredit trotz Zeitarbeitsbeschäftigung

Die über Zeitarbeitsfirmen beschäftigten Arbeitnehmer stellen in einer modernen Gesellschaft einen unverzichtbaren Bestandteil zur Sicherung der Produktionsqualität dar. Viele Wirtschaftszweige unterliegen unregelmäßigen, nicht beeinflussbaren Schwankungen der Nachfrage und müssen deshalb ihre Produktion kurzfristig anpassen können. Die Zeitarbeiter füllen diesen Bedarf an kurzfristig verfügbaren Arbeitskräften, die schnell und ohne Folgen wieder entlassen werden können.

Für die Beantragung eines Kredites hat eine Zeitarbeitsbeschäftigung durchaus Nachteile für den Kreditnehmer. Es ist für ihn deutlich schwieriger, einen Kredit zu erhalten, aber nicht unmöglich. In die Entscheidung der Bank fließen verschiedene Faktore wie die Dauer des Arbeitsverhältnisses, die wöchentliche Arbeitszeit und natürlich die Schufadaten mit ein.


Ein Zeitarbeitsvertrag ist auch ein Arbeitsvertrag


In erster Linie ist für eine Bank ein Einkommen aus einer nichtselbständigen Tätigkeit wichtig. Mit der Zeitarbeitsfirma wird vom Kreditnehmer ein gewöhnlicher Arbeitsvertrag geschlossen, der sich in vielen Belangen kaum von einem normalen Arbeitsvertrag unterscheidet. Lediglich bei den Kündigungsbedingungen und Kündigungsfristen gibt es deutliche Unterschiede.

Ein Zeitarbeitsvertrag unterliegt leider nicht den normalen Kündigungsbedingungen. So greift beispielsweise der generelle Kündigungsschutz für Arbeitnehmer in Betrieben mit mehr als zehn Angestellten nicht. Die Kündigungsfristen sind in der Anfangszeit zudem häufig stark verkürzt. Viele Zeitarbeiter besitzen in den ersten Monaten eine dreitägige Kündigungsfrist anstatt der gesetzlichen vier Wochen.

Die Zeitarbeitsbeschäftigung wird von den meisten Kreditinstituten zwar negativ gewertet, aber es gibt Möglichkeiten, dennoch zu einem Kredit in der gewünschten Höhe zu kommen. Die folgenden Faktoren können als Argumente für eine Kreditzusage angeführt werden.


Die Dauer der Anstellung


Viele Zeitarbeitnehmer verstehen sich nicht als Zeitarbeiter im eigentlichen Sinn, denn sie werden über lange Zeiträume, teilweise über Jahre hinweg, bei einem einzigen Großkunden eingesetzt. Typisch ist dies beispielsweise in der Automobilindustrie, wo ein sehr großer Teil an Leiharbeitnehmern über lange Zeiträume beschäftigt wird.

Diese Arbeitnehmer haben durchaus Chancen auf einen Kredit. Ein langjährige Anstellung sollte also in jedem Fall erwähnt werden. Besteht der Arbeitsvertrag über einen längeren Zeitraum hinweg, kann dieser von der Bank wie ein normaler Arbeitsvertrag behandelt werden. Nach einem Anlaufzeitraum gelten im Regelfall auch ähnliche Regeln bezüglich der Kündigungsfristen wie für normale Arbeitsverträge.

Arbeitnehmer, die über Jahre hinweg zuverlässig für eine Zeitarbeitsfirma gearbeitet haben, werden selbst bei einem Wegfall ihrer Arbeitsstelle im Einsatzbetrieb in der Regel nicht direkt gekündigt, sondern weitervermittelt. Das wissen auch die Kreditinstitute.


Positive Schufa


Bei jeder Kreditanfrage werden die Daten aus der Schufa zur Bewertung der Kreditwürdigkeit herangezogen. Wenn trotz Zeitarbeitsvertrag ein Kredit bewilligt werden soll, dürfen hier keine negativen Merkmale enthalten sein. Dazu gehören beispielsweise Einträge für gerichtlich eingeforderte Schulden oder Zwangsvollstreckungsverfahren. Mit derartigen Merkmalen wird von keiner Bank ein Kredit bewilligt.

Altlasten hingegen, wie planmäßig gezahlte Kreditraten, sind hingegen keinesfalls negativ zu werten. Sie besagen vielmehr, dass der Kreditnehmer seine finanzielle Lage im Griff hat und Erfahrung im Umgang mit Krediten besitzt. Sollen Altkredite abgelöst werden, ist dies der Bank anzuzeigen, damit diese die Situation nicht zum Nachteil des Antragstellers einschätzt.


Ehe- oder Lebenspartner eintragen lassen


Ein zweiter Kreditnehmer kann die Chancen auf eine Zusage deutlich verbessern. Voraussetzungen hierfür sind allerdings, dass auch hier eine positive Schufa vorliegt und ein Einkommen aus einer Angestelltentätigkeit bezogen wird. Freiberufliche oder selbstständige Einkommen werden in den meisten Fällen nicht gewertet, da diese zu vielen Faktoren unterliegen.

Ein angenehmer Nebeneffekt des zweiten Kreditnehmers ist, dass so in der Regel auch der maximal mögliche Kreditbetrag steigt. Durch das höhere Einkommen ergibt sich eine völlig neue Haushaltsrechnung, was in einer besseren Zahlungsfähigkeit resultiert.


Stellung von Sicherheiten


Verfügt der Kreditnehmer über Vermögenswerte, kann er diese bei der Antragstellung angeben und damit auf eine Kreditzusage hinwirken. Dabei könnten beispielsweise der Besitz von Immobilien oder andere bargeldlose Vermögenswerte wie Wertpapiere angegeben werden. Diese besitzen zwar für die Bank nicht den gleichen Wert wie ein festes Einkommen, können aber die Entscheidung durchaus positiv beeinflussen. Wenn keine derartigen Werte vorliegen, gibt es noch andere Sicherheiten, welche der Bank gegenüber erwähnt werden sollten.


Sicherheit in Form von Sachwerten


Soll mit dem Kredit eine Sache angeschafft werden, kann diese möglicherweise direkt als Sicherheit dienen. Beliebt ist dies beispielsweise bei einem Haus- oder Autokauf. Im Falle der Nichtzahlung des Kreditnehmers wäre die Bank hier berechtigt, die Sache zu pfänden und zu veräußern, um so ihr Geld zurück zu erhalten. Die Sache bleibt damit zwar offiziell bis zur vollständigen Bezahlung Eigentum der Bank, aber bei einer pünktlichen Zahlung der Raten besteht für den Kreditnehmer kein Nachteil.


Abschluss einer Kreditversicherung


Viele Banken bewerten auch den zusätzlichen Abschluss einer Restkreditversicherung (auch Ratenschutzversicherung, Restschuldversicherung oder RSV genannt) positiv. Diese Versicherung zahlt bei bestimmten Ereignissen die Kreditraten für den Antragsteller weiter. Es können normalerweise Todesfall, Arbeitsunfähigkeit und Arbeitslosigkeit versichert werden. Es muss allerdings mit der Versicherung geklärt werden, dass es sich um eine Zeitarbeitsbeschäftigung handelt, welche versichert werden soll, damit es später nicht Missverständnissen kommt.


Bürgschaft


Viele Banken bieten eine Bürgschaft als Sicherheit an. Bürgen heißt, dass sich eine andere Person bereit erklärt, für die Zahlungsunfähigkeit des Kreditnehmers aufzukommen. In der Regel werden Bürgschaften innerhalb der Familie übernommen, weil zwischen Bürge und Kreditnehmer ein Vertrauensverhältnis herrschen sollte. Ähnlich wie mit einem zweiten Kreditnehmer kann eine Bürgschaft die Kreditwürdigkeit deutlich erhöhen.


Fazit: Kredit bei Zeitarbeitsbeschäftigung


Die Zeitarbeit ist aus einem modernen Konzern nicht wegzudenken. Die Zeitarbeiter füllen Lücken aus, welche durch eine schwankende Nachfrage entstehen. Dass es diese Personen bei der Kreditvergabe schwer haben, ist aus Sicht der Banken durchaus verständlich. Es ist jedoch möglich, auch mit einer Zeitarbeitsbeschäftigung einen Kredit zu erhalten.

Mit anderen Sicherheiten kann der Bank die Rückzahlung ihres Geldes versichert werden. Dabei kommen entweder Vermögenswerte, Versicherungen oder weitere Kreditnehmer beziehungsweise Bürgen in Betracht. Sofern die Bank die Kreditvergabe an Zeitarbeiter nicht grundsätzlich ablehnt, lässt sich das interne Scoring durch viele verschiedene Faktoren verbessern.

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